Polymere Materialien (Institut für Technische Chemie und Polymerchemie)

Historie der Polymerchemie in Karlsruhe

Die Polymerchemie in Karlsruhe blickt auf eine lange Tradition seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts zurück, u. a. mit H. Staudinger und W. Kuhn, weithin bekannten Persönlichkeiten der Polymerwissenschaften.

  Zu Beginn war die Polymerchemie dem Institut für Technische Chemie angegliedert, die Abbbildung links zeigt einen kurzen Überblick über die wichtigsten geschichtlichen Daten. Mehr Information können Sie dem foilgenden Vortrag entnehmen: "Polymer Science in Karlsruhe over the last 150 years"

 

Das Fachgebiet Makromolekulare Chemie als eigenständiges Institut wurde an der Universität Karlsruhe 1967 durch B. Vollmert (Synthese, Charakterisierung und Reaktionen von Polymeren, Gaspermeation durch Polymerfolien, Mikrogele, Macrocyclen und Catenane, Struktur von konzentrierten Polymerlösungen und Gelen) eingeführt. Vollmert war bis 1986 Ordinarius für Chemische Technik der Makromolekularen Stoffe und Direktor des Polymer-Institutes
Nachfolger von Vollmert wurde M. Ballauff  (Funktionalisierte Kolloide und Polyelektrolyte, kettensteife Polymere, Streumethoden), seit 1990 Leiter des Polymer-Institutes.
Durch die Berufung von H. Nimz (Untersuchungen zur Struktur und Modifikation von Lignin durch synthetische Polymere und zur Verwertung von Lignin) an das Polymer-Institut (1968 - 1983) wurde ein weiterer Lehrstuhl für Polymere Naturstoffe gegründet. 1991 wurde D. Schlüter (heute ETH Zürich) an das Polymer Institut berufen. 1993 wurde G. Wenz (Polyrotaxane, Beladungskinetik, Cyclodextrine) als Nachfolger von D. Schlüter auf den zweiten Lehrstuhl des Instituts berufen.
2002 trat S. Höger (Formstabile Makrocyclen, selbstorganisierende Makrocylen, Flüssigkristalle, Ring-Coil-Blockcopolymere) die Nachfolge von Hr. Wenz an. 
Ende 2002 erfolgte der Umzug des Instituts in neue Räumlichkeiten, da der Altbau am Ehrenhof (Geb. 11.30, siehe Bild rechts) endgültig sanierungsbedürftig war. Das Institut verfügt nun über Räume im Neubau (Geb. 11.21, siehe Bild links) und im sanierten Gebäude 11.23 sowie in der Westhochschule.

 

Anfang 2004 wurde das Institut für Technische Chemie und Polymerchemie durch Zusammenführung der technischen Chemie und der Polymerchemie gegründet. Das neue Institut verfügt über insgesamt vier Professuren, zwei davon im Bereich Polymerchemie.
Im Oktober 2006 übernahm M. Wilhelm die Leitung des Bereiches Polymerchemie. Schwerpunkte seiner Forschungsinteressen bilden die FT-Rheologie polymerer Materialen, die Anwendungsoptimierung polymerer Materialen sowie Methodenentwicklung im Bereich Rheologie und Festkörper-NMR.
Im Juli 2008 übernahm C. Barner-Kowollik den im Rahmen der Exzellenzinitiative neu errichteten Lehrstuhl für Präparative Makromolekulare Chemie mit Forschungsschwerpunkten zur Synthese komplexer makromolekularer Strukturen.
2010 konnte die Polymerchemie erneut verstärkt werden, durch den neuen Lehrstuhl für Angewandte Chemie am Institut für Organische Chemie mit Herr Michael Meier eine weitere Arbeitsgruppe auf dem Feld der Polymerchemie zu etablieren.
Anfang 2016 konnte ein großer Erfolg für die Polymerchemie erzeilt werden: Ein Sonderforschungsbereich in Polymerchemie (SFB1176, Molekulare Strukturierung weicher Materie) am KIT, zu dieser Zeit einer von nur zwei SFB am KIT.
Im Dezember 2017 übernahm Herr P. Theato den Bereich der Präperativen Makromolekularen Chemie, Herr Barner-Kowollik wechselte nach Australien, bleibt aber weiterhin mit der neuen Arbeitsgruppe "Makromolekulare Architekturen" am Institut vertreten.